{"id":1041,"date":"2026-04-23T14:29:07","date_gmt":"2026-04-23T12:29:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verein-juedische-kultur-tuebingen.de\/?p=1041"},"modified":"2026-10-23T15:42:26","modified_gmt":"2026-10-23T13:42:26","slug":"neues-zum-juedischen-friedhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verein-juedische-kultur-tuebingen.de\/?p=1041","title":{"rendered":"Aktuell"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.verein-juedische-kultur-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Menschen-Schicksale-Verfolgung-Juedisches-Leben-und-die-Reichspogromnacht-1938.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1148\" src=\"https:\/\/www.verein-juedische-kultur-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Menschen-Schicksale-Verfolgung-Juedisches-Leben-und-die-Reichspogromnacht-1938-240x300.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.verein-juedische-kultur-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Menschen-Schicksale-Verfolgung-Juedisches-Leben-und-die-Reichspogromnacht-1938-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.verein-juedische-kultur-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Menschen-Schicksale-Verfolgung-Juedisches-Leben-und-die-Reichspogromnacht-1938-819x1024.jpg 819w, https:\/\/www.verein-juedische-kultur-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Menschen-Schicksale-Verfolgung-Juedisches-Leben-und-die-Reichspogromnacht-1938-768x960.jpg 768w, https:\/\/www.verein-juedische-kultur-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Menschen-Schicksale-Verfolgung-Juedisches-Leben-und-die-Reichspogromnacht-1938-624x780.jpg 624w, https:\/\/www.verein-juedische-kultur-tuebingen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Menschen-Schicksale-Verfolgung-Juedisches-Leben-und-die-Reichspogromnacht-1938.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00d6ffnung und F\u00fchrung J\u00fcdischen Friedhof Wankheim am 1. November 2026<\/p>\n<h2><strong>Menschen, Schicksale, Verfolgung &#8211; J\u00fcdisches Leben und<br \/>\ndie Reichspogromnacht 1938<\/strong><\/h2>\n<h5>Anl\u00e4sslich des Gedenkens zum 9. November 1938 l\u00e4dt der F\u00f6rderverein f\u00fcr j\u00fcdische Kultur in T\u00fcbingen und Reutlingen e.V. am Sonntag, 1. November, um 15 Uhr zu einer F\u00fchrung auf dem j\u00fcdischen Friedhof in Wankheim ein. Der Friedhof ist zwischen 14 und 16 Uhr ge\u00f6ffnet.<\/h5>\n<p>Im Mittelpunkt stehen die Lebenswege und Schicksale von T\u00fcbinger und Reutlinger J\u00fcdinnen und Juden. Anhand ausgew\u00e4hlter Grabsteine und biografischer Zeugnisse wird sichtbar, wie vielf\u00e4ltig j\u00fcdisches Leben in der Region war und wie dieses Leben durch die nationalsozialistische Verfolgung zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p>Besonders erinnert wird an <strong>Albert Sch\u00e4fer und seine Familie<\/strong>. Der 1878 geborene Kaufmann kam 1911 nach T\u00fcbingen und f\u00fchrte gemeinsam mit seinem Schwager Jakob Oppenheim das angesehene Konfektionshaus \u201eEduard Degginger Nachfolger\u201c in bester T\u00fcbinger Altstadtlage direkt am Holzmarkt. Mit dem Boykott j\u00fcdischer Gesch\u00e4fte, der Entrechtung und der zunehmenden Ausgrenzung wurde auch seine berufliche und pers\u00f6nliche Existenz zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Am Morgen nach der Reichspogromnacht wurde Albert Sch\u00e4fer verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Nach seiner Freilassung Ende November 1938 war er k\u00f6rperlich und seelisch schwer gezeichnet. Albert Sch\u00e4fer starb am 4. Mai 1941 in T\u00fcbingen an den Folgen der Haft. Sein Grab auf dem j\u00fcdischen Friedhof in Wankheim erinnert bis heute an sein Schicksal und das seiner Familie. Seine Frau Selma \u00fcberlebte ihren Mann nur kurz. Sie wurde nach Riga deportiert. Am 26. M\u00e4rz 1942 fiel sie dort h\u00f6chst wahrscheinlich einem Massaker zum Opfer. Sie hat kein Grab an der Seite ihres Mannes, aber ihr Name steht auf dem Gedenkstein f\u00fcr die ermordeten Juden aus T\u00fcbingen, den Victor Marx nach dem Krieg auf dem Wankheimer Friedhof aufstellen lie\u00df. Nur den beiden T\u00f6chtern Herta und Liselotte emigrierten rechtzeitig und \u00fcberlebten dadurch.<\/p>\n<p>Albert Sch\u00e4fer steht beispielhaft f\u00fcr die Gewalt, der j\u00fcdische T\u00fcbingerinnen und T\u00fcbinger ausgesetzt waren: f\u00fcr Verhaftung, Verschleppung, Misshandlung und den Verlust von Heimat, Sicherheit und Zukunft. Zugleich verweist sein Grab auf diejenigen, die keine Grabst\u00e4tte erhielten, weil sie deportiert und ermordet wurden.<\/p>\n<p>Die F\u00fchrung l\u00e4dt dazu ein, den Menschen und Lebensgeschichten von J\u00fcdinnen und Juden aus der Region nachzugehen, ihrer zu gedenken und gemeinsam danach zu fragen, welche Verantwortung daraus f\u00fcr die Erinnerungskultur der Gegenwart erw\u00e4chst.<\/p>\n<p>Bitte denken Sie an wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk. M\u00e4nner werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.<\/p>\n<p>Es ist keine Anmeldung erforderlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; \u00d6ffnung und F\u00fchrung J\u00fcdischen Friedhof Wankheim am 1. November 2026 Menschen, Schicksale, Verfolgung &#8211; J\u00fcdisches Leben und die Reichspogromnacht 1938 Anl\u00e4sslich des Gedenkens zum 9. November 1938 l\u00e4dt der F\u00f6rderverein f\u00fcr j\u00fcdische Kultur in T\u00fcbingen und Reutlingen e.V. am Sonntag, 1. 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