Stolperstein-Initiative

Informieren und engagieren Sie sich bei der Tübinger Stolperstein-Initiative!

Der Kulturausschuss der Stadt Tübingen hatte im September 2017 grünes Licht für die Verlegung von Stolpersteinen in der Innenstadt gegeben. Am 10. Juli 2018 war es soweit: An acht Stellen wurden 29 Stolpersteine für die ehemaligen jüdischen Tübinger verlegt.

Die Tübinger Stolperstein-Initiative trifft sich dieses Jahr letztmalig am 11. Dezember und im neuen Jahr ab 15. Januar regelmäßig alle paar Wochen um 19 Uhr im Clubraum der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Berliner Ring 12 (Waldhäuser-Ost). Alle interessierten Tübinger sind zur Mitarbeit jederzeit und herzlich willkommen.

Kontakt:
Prof. Dr. Günter Häfelinger
Eichenweg 3
72076 Tübingen
Tel. 07071/600519
E-Mail: guenter.haefelinger@uni-tuebingen.de

Spenden:
Bitte überweisen Sie Ihre Spende mit dem Kennwort „Stolpersteine“ auf das Konto der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde bei der Kreissparkasse Tübingen:
IBAN: DE 74 6415 0020 0000 2372 37

(Wenn Sie auf dem Überweisungsformular Ihre Adresse angeben, erhalten Sie einen Dankbrief sowie bei einer Spende über 200 € eine Spendenbescheinigung. Bei einer Spende bis 200 € genügt für das Finanzamt der Konto-Auszug.)

29 Stolpersteine wurden am 10. Juli 2018 an 8 Stellen in der Tübinger Innenstadt verlegt.

Seit 2016 gibt es in Tübingen eine private Stolperstein-Initiative, die sich, in Ergänzung der 26 Stolpersteine in der Südstadt, für die Verlegung weiterer Stolpersteine in der Tübinger Innenstadt einsetzt. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Tübingen hat im Juni 2017 dem Anliegen dieser Initiative „einstimmig und mit Nachdruck“ zugestimmt und hat die Kollekte beim Gedenkgottesdienst zur Reichspogromnacht am 9.11.2017 in der Stiftskirche für diesen Zweck bestimmt. Der städtische Kulturausschuss von Tübingen hat am 14. September 2017 dem Antrag auf Verlegung von Stolpersteinen mit großer Mehrheit zugestimmt.

Bei den Stolpersteinen handelt es sich um ein europaweites Erinnerungs- und Kunstprojekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig. In 22 Ländern in Europa sind es jetzt etwa 61 000 solcher Steine, die an verfolgte, vertriebene und ermordete jüdische Bürger sowie an andere Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Auf zehnmal zehn Zentimeter großen Messingplatten sind der Name, die Lebensdaten und die Umstände des Todes bzw. der Emigration des Menschen eingraviert.

Die Stolpersteine wurden am 10. Juli 2018 an folgenden Orten verlegt:

1) Neue Straße 1:
Vor dem Modehaus Eduard Degginger (spätere Firmen Haid und New Yorker) für dessen Nachfolger-Familien Oppenheim und Schäfer insgesamt 9 Stolpersteine für:
Jakob Oppenheim, Ehefrau Karoline Oppenheim, geb. Seemann, Sohn Dr. med. Heinz Oppenheim, Ehefrau Dorothee Oppenheim, geb. Hayum, Tochter Gertrud Oppenheim, [5 Stolpersteine für Familie Oppenheim].
Albert Schäfer, Ehefrau Selma Schäfer, geb. Seemann, Herta Schäfer, Liselotte Schäfer, verh. Michal Wager, [4 Stolpersteine für Familie Schäfer].

2) Wöhrdstr. 23:
4 Stolpersteine für Familie Josef Wochenmark (Vorsänger, Religionslehrer): Dr. phil. Josef Wochenmark und Ehefrau Bella Wochenmark, geb. Freudenthal, Alfred Wochenmark (Mark), Arnold Wochenmark (Marque).
 
3) Stauffenbergstr. 27:
4 Stolpersteine für Familie Bernheim (Jüdischer Frauenverein): Adolph Bernheim, Ehefrau Hanna Bernheim, geb. Bach, Tochter Doris Bernheim, verh. Doctor, Sohn Hans Bernheim.
 
4) Kelternstr. 8:
2 Stolpersteine für die Geschwister Pagel: Dr. Albert Pagel und seine Schwester Charlotte Pagel.

5) Mauerstr. 25:
2 Stolpersteine für die Geschwister Reinauer: Philippine Reinauer und Sofie Reinauer.

6) Keplerstr. 9: 1 Stolperstein für Klara Wallensteiner, geb. Reichenbach.
 
7) Hirschgasse 1
1 Stolperstein für Rosalie Weil, geb. Herrmann, Ehefrau von Sigmund Weil (Verlag Tübinger Chronik)
 
8) Keplerstr. 5:
6 Stolpersteine für Familie Pollak [6 von 8 Frauen]:Pauline Pollak, geb. Heidelberger, Selma Pollak, Rosa Pollak, verh. Kappenmacher, Therese Kappenmacher, Mathilde Pollak, verh. Fechenbach, Clara Pollak, verh. Dreyfuss

Die Broschüre mit den Biographien der ehemaligen jüdischen Tübinger ist auf Deutsch und Englisch im Fairen Kaufladen Tübingen, Marktgasse 12 für 8 Euro erhältlich. Ebenso die Neuauflage „Die Tübinger Juden“ von Lilli Zapf für 15 Euro.