Projekte

Förderverein für jüdische Kultur in Tübingen e.V.
Vorstand
c/o Bruno Gebhart
Marktgasse 12
72070 Tübingen
Tel. 07071-26916
E-Mail: bruno@posteo.de

Oktober 2016

Appell an den Tübinger Gemeinderat: Rettet die Überreste der Tübinger Synagoge!
Initiative für einen interfraktionellen Antrag

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bitten Sie, das seit der Zerstörung der Synagoge ungelöste Problem der würdigen und angemessenen Sicherung ihrer Überreste in ihren Fraktionen zu diskutieren und anschließend im Gemeinderat als interfraktionellen Antrag zu behandeln.

Mit freundlichen Grüßen
der Vorstand                                                (Martha Duncker)
(Bruno Gebhart)
(Harald Schwaderer)

Der Gemeinderat möge beschließen:

Die Stadt Tübingen übernimmt die Überreste der ehemaligen Tübinger Synagoge (Gartenstrasse 33) in ihr Eigentum und somit in ihre Verantwortung: den westlichen Zaun des ehemaligen Synagogen-Gartens und die Reste der westlichen Fundamentmauer, sowie den für die Fundamentsteine gebauten Tiefgaragen-Raum und das davor befindliche Grundstück mit dem originalen Zugang zur Synagoge.

Begründung:

Bislang befinden sich die noch erhaltenen Reste der 1938 durch judenfeindliche Deutsche zerstörten Synagoge in Privateigentum: Der westliche Zaun des Synagogen-Gartens gehört den Eigentümern der Anwesen Gartenstraße 31 und Gartenstraße 33 gemeinsam. Die westliche Fundamentmauer der Synagoge gehört dem Bauherrn des Hauses Gartenstraße 33.
Der Erhalt und der respektvolle Umgang mit den Resten der Synagoge ist keine private, sondern eine öffentliche Aufgabe.

 

Unsere weiteren Projekte:

1. Wir unterstützen die neu gebildete Initiative für Stolpersteine

2. Wir veröffentlichen Schriften zur Geschichte der Tübinger Juden

NEUERSCHEINUNG:
Zur Erinnerung an die Synagoge in Tübingen Gartenstraße 33 (1882 – 1938)
Zeugnisse und Dokumente
von Adelheid Schlott

110 Seiten, 32 Abbildungen, Din-a-4-Format, Verkaufspreis 15,00 EURO, erhältlich im Fairen Kaufladen, Bruno Gebhart, Marktgasse 12, 72070 Tübingen, Tel. 07071-26916
IBAN: DE 94 6415 0020 0002 4865 98

Herausgeber dieses Buches ist der Förderverein für jüdische Kultur in Tübingen e.V. (www.verein-juedische-kultur-tuebingen.de), der es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, „die Reste des Synagogengebäudes, des Synagogengartens und des Synagogeninventars sicherzustellen, sorgfältig zu bewahren und würdig zu präsentieren“. Dazu möchte das Buch einen Beitrag leisten.

Nachdem judenfeindliche Deutsche die bislang letzte Tübinger Synagoge in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 ausgeraubt und abgebrannt hatten, waren nur noch die Fundamentmauern der Synagoge, der westliche Zaun des Syngogengartens und die vor der Brandlegung aus der Synagoge gestohlenen sowie die in den Neckar geworfenen, aber von Anwohnern geretteten Objekte übrig.  Nur Weniges davon wurde bis heute bewahrt und wiedergefunden.

Dieses Wenige ist im ersten Kapitel des Buches abgebildet und beschrieben. Um auch das Viele, das nicht mehr erhalten ist, vor dem Vergessenwerden zu bewahren, werden im zweiten Kapitel die der Autorin bekannten Dokumente vorgestellt, mit deren Hilfe das Entstehen der Synagoge, ihr Aussehen und die Anfänge der bisher letzten jüdischen Gemeinde Tübingens veranschaulicht werden können: Pläne, Fotos, Zeitungsberichte und die Predigten, die Bezirksrabbiner Dr. Michael Silberstein 1882 im Zusammenhang mit dem Bau der Synagoge gehalten und 1883 veröffentlicht hat.