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Karl-Josef Kuschel spricht am 5. November über Antisemitismus

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe um den 9. November lädt der Förderverein für jüdische Kultur in Tübingen dazu ein, zusammen mit Professor Dr. Karl-Josef Kuschel den Ursachen und Entwicklungen von Antisemitismus auf den Grund zu gehen. Kuschel spricht am Dienstag, 5. November, um 19.30 Uhr im Ev. Gemeindehaus Lamm, Am Markt, über sein Buch “Antisemitismus und deutsche Demokratie”.

„Der Antisemitismus in Deutschland zeigt wieder offen seine Fratze.“ Diese Worte von Bundespräsident Frank‐Walter Steinmeier, gesprochen zur Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit im März 2019, haben sich mehr als bewahrheitet. Das gescheiterte Massaker an der jüdischen Gemeinde in Halle ist nur der traurige Höhepunkt eines seit Jahren zunehmenden Rechtsextremismus.

Die Abwehr jedes Antisemitismus und der Einsatz für das Lebensrecht des Staates Israels – beides gehört zur Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland. Beides sind Lernerfahrungen aus dem deutschen Nationalsozialismus und seiner mörderischen Vernichtungspolitik gegenüber Juden. Kuschel stellt in der Neuausgabe seines Werks heraus, dass die »Wiedergutmachung« gegenüber den überlebenden Opfern und die »Aussöhnung« mit Israel schon vor 70 Jahren Schwerpunkte der Politik von Theodor Heuss, dem ersten Präsidenten der Bundesrepublik, waren. Mit dem Buch legt Kuschel eine grundlegende Studie zur deutschen Erinnerungskultur vor – und gleichzeitig ein Plädoyer gegen jede Form des Antisemitismus.